Tennenbronn -  Am Freitag, 29. August, und Samstag, 30. August findet auf dem Open-Air-Gelände Trombachhöhe der dritte Metal-Acker statt. Im Vorfeld des Festivals spricht Organisator Simon Kaltenbacher über die Vorbereitungen, Zelte am Hang und die veränderte Wahrnehmung der Metal-Szene.

 http://static4.suedkurier.de/storage/scl/xmlios_import/region/schwarzwald-baar-heuberg/tennenbronn/9002799_w618h353q75v35165_tgx_26_acker2.jpg?version=1409032035

 

Der Metal-Acker findet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Wie ist die Idee damals entstanden?

Ich bin seit vielen Jahren Festivalgänger. Eines Abends ist dann aus einer Bierlaune heraus die Idee entstanden, dass wir doch selbst mal ein Festival organisieren könnten. Ursprünglich war es als kleines internes Fest geplant. Wir waren dann selbst überrascht, dass beim ersten Mal so viele Menschen gekommen sind.

 

 

Bei der zweiten Auflage waren es dann nochmal deutlich mehr Besucher.

Stimmt. Im ersten Jahr waren es am Samstagabend trotz Regen 600 Besucher, im vergangenen Jahr dann schon knapp 900. Auch dieses Mal rechnen wir wieder mit einer ähnlichen Zahl. Der Vorverkauf ist schon einmal sehr gut angelaufen.

 

 

Wie lange planen Sie denn schon?

Nach dem Acker ist vor dem Acker. Wir haben bereits im vergangenen September die ersten Bandanfragen gestellt.

 

 

Wie laufen die Verhandlungen mit den Bands? Merkt man, dass sich der Metal-Acker in den vergangenen zwei Jahren einen Namen gemacht hat?

Auf jeden Fall. Die Bands sind alle recht offen. Aber das Finanzielle spielt eben auch immer eine Rolle. Auch an den vielen Bandbewerbungen, die bei uns eingegangen sind, merkt man, dass wir bekannter geworden sind.

 

 

Wo soll der Weg hinführen?

Ein Traum ist schon, dass irgendwann 1200 Metal-Fans auf dem Acker feiern. Aber das wird sicher noch ein paar Jahre dauern. Viel größer sollte es allerdings nicht werden. So haben wir weiter die Stimmung eines kleinen Festivals, das aber gut zu handhaben ist.

 

 

Tennenbronn soll also kein zweites Wacken werden?

Auf keinen Fall. Bei 80 000 bis 100 000 Besuchern hätten wir allein schon vom Gelände her ein Problem. In Schleswig-Holstein ist alles flach, da kann man überall zelten. An einem Hang im Schwarzwald will aber niemand sein Zelt aufstellen.

 

 

Trotzdem bieten Sie in diesem Jahr auch zum ersten Mal Camping an.

Stimmt, aber am Hang muss niemand schlafen. Rolf Lehmann stellt uns großzügigerweise eine Fläche zur Verfügung, die deutlich größer ist als das was wir brauchen.

 

 

Ist die Unterstützung durch die Bürger, Ämter und anderen Vereine ein Zeichen dafür, dass sich die Wahrnehmung der Metal-Szene in den vergangenen Jahren gewandelt hat?

Wir merken schon, dass die Akzeptanz inzwischen größer ist. Das liegt aber auch daran, dass die Metal-Szene, vor allem dank Wacken, häufiger den Weg in die Medien findet und die Berichterstattung meist positiv ist. Das war vor fünf bis zehn Jahren noch ganz anders.

 

 

Stimmt die positive Berichterstattung mit Ihren Erfahrungen überein?

Auf jeden Fall. Metal-Rocker sind ein friedliches Volk. Bei uns gab es noch nie Probleme. Im vergangenen Jahr haben die Sicherheitskräfte sogar gemeint, dass sie noch nie eine so entspannte Veranstaltung erlebt haben. Das liegt daran, dass alle nur aus zwei Gründen kommen: Wir wollen Musik hören und Bier trinken.

 

 

Zur Person

Simon Kaltenbacher ist 29 Jahre alt und arbeitet als Licht- und Tontechniker. Der „Ur-Tennenbronner“, wie er sich selbst bezeichnet, ist zusammen mit seinem Vater Geschäftsführer der Firma Jokatec. (mde)